Betet ProChrist nicht gegen die Todesstrafe für Homosexuelle ? „Dein Wunsch an Gott“ wegen „Wegen SPAM-Verdacht bzw. mißbräuchlicher Nutzung gesperrt“


Der Atheist-Media-Blog (AMB) hat in seinem Artikel „Jesuskanal: Atheisten in Panik: Klappt Gebetsexperiment von ProChrist?“ auf eine Aktion von ProChrist hingewiesen, in der Internetnutzer ihre Gebetswünsche äußern konnen, die dann von durch ProChrist vorgeschlagenen Freiwilligen gebetet werden sollen (Webseite „Zweifeln-und-Staunen.de„). Kritiker der Aktion (siehe AMB) benutzen das „Betformular“, um mehr oder weniger ernst gemeinte Anliegen zu äußern und amüsieren sich über die Antworten.

Es werden auch lehrreiche Fragen gestellt, die die Einstellungen der „Beter“ von ProChrist offenbaren. Auch ein christlicher Blog (Theopop.de) hat sich kritisch geäußert. Der AMB-Kommentator „barkai“ wünschte sich ein Gebet zum Thema

ich wünsche mir, dass saudi-Arabien Homosexualität in den nächsten 2 Jahren legalisieren wird und die todesstrafe wegen homosexueller handlungen sofort aussetzt.

Die Originalanwort von „Karin aus Aidlingen“ (ihr Profilfoto läßt vermuten, daß sie eine Nonne ist) lautete:

Liebe Illana,
Melanie hat für Sie gebetet, möchte aber, dass ich es ebenso tue und hat mir darum Ihren Wunsch weitergeleitet. Ich bete gerne für
Sie. Leider kann ich für Ihren Wunsch nicht beten, da er nicht mit dem Willen Gottes übereinstimmt. Aber ich bete, dass Gott dieses so
sehr verschlossene Land Saudi-Arabien öffnet, dass die Menschen dort Freiheit bekommen und die Möglichkeit, eine Bibel zu besitzen und sie zu lesen, um so Gottes Willen und Seine große Liebe zu ihnen kennen zu lernen. Ich bete für Sie, dass Sie die Liebe Gottes erfahren. ER möge Sie
segnen. Vielleicht können Sie im März an den Pro Christ Abenden in Ihrer Umgebung teilnehmen und dort konkret das Gespräch suchen.
Herzlichst Karin“

Kurzum: Der Wunsch nach der Abschaffung der Todesstrafe für Homosexuelle entspricht nicht dem Wunsch Gottes; daher wird dafür auch nicht gebetet. Eine inhumane Einstellung, die sicher von den meisten Christen nicht geteilt wird.

Die Antwort wurde inzwischen auf den Seiten von ProChrist entfernt und ersetzt durch den Kommentar „Wegen SPAM-Verdacht bzw. mißbräuchlicher Nutzung gesperrt.“ (http://www.zweifeln-und-staunen.de/meinwunsch/170fc4c0). Die von mir oben zitierte Originalantwort liegt mir als PDF-Datei vor und kann bei mir eingesehen werden. Hat „Karin aus Aidlingen“ die Gebetsseite also geSPAMt oder mißbraucht?

ProChrist veröffentlich online die Mitglieder des Kuratoriums, die ProChrist unterstützen in einer „FAQ – Wer ist der Initiator„. Ich habe gestern Nachmittag, als noch die ursprüngliche Antwort online war, damit begonnen, alle Mitglieder dieses Kuratoriums um eine Stellungnahme zu bitten. Ich habe dies Aktion heute Vormittag fortgesetzt und inzwischen 28 der 34 Kuratoriumsmitglieder angeschrieben und um eine kurze Stellungnahme gebeten. Ich möchte den Angeschriebenen noch ein wenig Zeit zur Beantwortung geben und werde die erhaltenen Antworten dann hier in diesem Blog veröffentlichen.

Offensichtlich ist bei ProChrist die Reaktion der Öffentlichkeit auf diese zweifelhafte Antwort der „Karin aus Aidlingen“ bekanntgeworden… Ich würde mir wünschen, daß sich die Verantwortlichen bei ProChrist und die Mitglieder des Kuratoriums klar von solch inhumanen Aussagen distanzieren.

 

Ergänzung am 11.01.2013: Die genannte Antwortseite enthält jetzt nur noch den Hinweis „Wegen SPAM-Verdacht gesperrt.“. Der Hinweis auf eine mögliche mißbräuchliche Nutzung wurde enfernt. Noch immer ist nicht klar, wer hier des Spammings verdächtigt wird.

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4 Kommentare zu “Betet ProChrist nicht gegen die Todesstrafe für Homosexuelle ? „Dein Wunsch an Gott“ wegen „Wegen SPAM-Verdacht bzw. mißbräuchlicher Nutzung gesperrt“

  1. Pingback: Fehlanzeige – kaum Reaktion des ProChrist-Kuratoriums in puncto Todesstrafe für Homosexuelle | Atheologie

  2. Hallo Atheologen!

    was vllt auch noch zum „Spamverdacht“ gesagt werden sollte: Ich habe Melanie (aus Stuttgart?) als Beterin für mein Anliegen ausgewählt, nicht Karin. Karin hat in ihrer Antwort erwähnt, dass sie von melanie zum Mitbeten gebeten worden sei und Melanie habe auch gebetet (es bleibt offen, für was sie genau gebetet hat, Karin hat sich schließlich auch schlicht geweigert, für meinen Wunsch zu beten). Von melanie selber habe ich allerdings keine Antwort erhalten. Nur von karin (und das ist die oben erwähnte Antwort).
    Die Frage ist natürlich, wie „Spam“ von der eigentlichen Beterin Melanie völlig unerkannt hätte durchkommen können. Spätestens, wenn Melanie ihre Antwort (die ja innerhalb von 5 Tagen erfolgen soll) hätte schreiben wollen, hätte sie Karins „Missbrauch“ bemerken müssen und karins Antwort hätte entfernt werden können und nur noch Melanies online gestellt werden.
    Ich nehme mal an, dass niemand hier im Blog/in den Kommentaren ernsthaft glaubt, dass das „Missbrauch/Spam“ aus versehen passiert ist, aber der Vollständigkeit halber dachte ich, dass ich noch erwähnen sollte, dass mir eine andere Beterin geantwortet hat, ohne, dass sie eigentlich ausgesuchte beterin sich je zu Wort gemeldet hätte. Die Löschung der Antwort erfolgte ja auch erst, als die Antwort von Karin begann in einem liberalen-christlichen Blog kritisiert zu werden.
    Desweiteren vllt noch interessant zu der Sache: ich habe feedback zu karins Antwort geschrieben. Ich habe darin weder eine beleidigung noch Kraftausdrücke verwendet. In meinem Feedback habe ich darauf hingewiesen, dass es im NT eine Stelle gibt, in der dazu aufgefordert wird, dass nur Leute ohne Sünder an der Vollstreckung der Todesstrafe teilnehmen sollen, desweiteren darauf hingewiesen, dass Saudi-Arabien keine fairen und unabhängigen Gerichtsverfahren hat und manch ein vermeintlich Schwuler oder eine vermeintliche Lesbe nicht unbedingt homosexuell sind, sondern Opfer einer Denunziation geworden sein könnten und tritzdem hingerichtet werden (ich habe das Wort „Justizmord“ in diesem Zusammenhang verwendet, aber das dürfte in Anbetracht der Rechtspflege in Saudi-Arabien eine angemessene Beschreibung sein). Desweiteren habe ich darauf hingewiesen, dass Lesben „erst“ beim dritten angeklagten Sex hingerichtet werden, die ersten 2 Male jedoch mit öffentlicher Auspeitschung bestraft werden und soweit ich weiß, selbst die bibeltreuesten Christen keine Stelle in der Bibel finden, wo zur Auspeitschung von weiblichen Homosexuellen aufgefordert wird.
    Ich habe dann noch gefragt, ob karin es mit ihrem Gewissen vereinbaren kann, dass selbst Nicht-Homosexuelle in Saudi-Arabien einem Justizmord zum Opfer fallen, wenn sie es schon in Ordnung findet, dass Justizmorde an Homosexuellen regelmäßig dort verübt werden.
    (Nicht angemerkt habe ich allerdings, dass eine einzige Auspeitschung in Saudi-Arabien macnhmal bereits den Tod des/der Gepeitschten nach sich ziehen kann).
    Aber um es kurz zu machen: mein kommentar/feedback wurde nicht freigeschaltet. Und ich habe dieses Feedback deutlich früher verfasst als die Zensur der Antwort, sodass es scheinen muss, dass unangenehmes Feedback (zu einer angeblich missbräulichen Antwort) es gar nicht erst durch die Zensur schafft, solche angeblioch „missbräulichen“ Antworten jedoch länger als einen Tag stehen gelassen werden.

    Da ich die Reaktion auf meinen Wunsch durch karin nicht so gut gefunden habe, habe ich vergleichbare Wünsche an andere Beter geleitet, um zu sehen, was passieren wird, siehe: [http://blasphemieblog2.wordpress.com/2013/01/04/jesuskanal-atheisten-in-panik-klappt-gebet-gebetsexperiment-von-prochrist/#comment-100690]. Als ich das letzte Mal anchgeschaut habe, hatte ich allerdings auf keinen meiner Wünsche eine Antwort.- ich bin gespannt, ob es eine Antwort geben wird, gerade jetzt, nachdem karin zensiert worden ist.

  3. Ich würde mir wünschen, daß sich die Verantwortlichen bei ProChrist und die Mitglieder des Kuratoriums klar von solch inhumanen Aussagen distanzieren.

    Diesen „Wunsch ans Kuratorium“ teilen wir!

    • Die glauben, daß Homos widernatürliche Kreaturen sind, die sich mit Dämonen paaren, mit ihrer Sexualität die Gläubigen verderben wollen und im Namen des Bösen einander lieben und klammern sich an Bibelzitate und auch die und andere Bibelstelle, die für Christen eigentlich nicht gilt. Das große Problem dabei ist aber, daß die zugleich aber ignorieren, was da sonst noch so geschrieben steht. Sie sollen den Homo nicht hassen, sondern töten, was sie auch mit Apostaten, wie meiner Wenigkeit, und anderen machen sollen.

      Diese Erzchristen beharren darauf, daß ihr Haß vom Glauben diktiert wird, sie sind aber gerne bereit, auch wenn sie sonst anders tun, auf andere Forderungen ihres Gottes, den sie ja angeblich ganz bibeltreu verehren, nicht einzugehen.

      Wenn Erzchristen den einen Stellen blind folgen wollen, wenn sie etwa Kreatonismus predigen, und sich als bibeltreu darstellen, ist es ein wenig seltsam, daß sie, wenn es ihnen in den Kram paßt, auch andere Forderungen ihres Heiland und Gottes nicht eingehen. Diese Erzchristen sind keine Christen, sie scheitern an ihren eigenen verblendeten Maßstäben.

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