Plötzlich streifen wieder Christenrudel durch die Stadt


Matthias Heine schreibt in seinem Kommentar "Plötzlich streifen wieder Christenrudel durch die Stadt" (Welt Online) über den Volksentscheid zum Thema Ethik oder Religion in Berlin.

Der Artikel beginnt mit "Aus schier endlosem Schlaf erwachend, reibt sich die Hauptstadt verblüfft die Augen." und läßt auf einen dramaturgisch gut durchdachten Text hoffen. Der Leser wird nicht enttäuscht: Erwähnt Heine zuerst noch die "Polemik, welche SPD, Linkspartei und große Teile der Grünen seitdem gegen "Pro Reli" und sein Anliegen entfesseln", schwenkt er im zweiten Teil seines Artikels selbst zu purer Polemik um: "Dabei kann man doch an jeder Straßenecke sehen, wie herrlich weit der amtliche Atheismus die Stadt gebracht hat. Angesichts der seelischen, geistigen, ökonomischen und zivilgesellschaftlichen Verwahrlosung wäre doch eigentlich etwas mehr Demut angebracht."

Ja, sicher: Wie auch schon Herr Mixa erläuterte: Atheisten, Gottlose und ganz allgemein Nichtchristen sind für das Schlechte und Böse in der Welt verantwortlich! Insofern führt Matthias Heine den Gedanken trefflich fort: Natürlich, an den Problemen der Stadt Berlin sind einzig die Christengottlosen schuldig!  Man könnte nun nachfragen wollen, wie denn nun diese Verwahrlosung gemessen wird – und mit welcher Zeit verglichen wird. Aber das hieße ja, tatsächlich zu versuchen, eine vernünftige Diskussion führen zu wollen – aber die wurde von den Religionsbefürwortern zumeist abgelehnt.

 Heine schreibt "Wenn diese in einen städtischen Kindergarten gehen, bemerken die Eltern, dass dort geradezu zwanghaft die christlichen Grundlagen von Feiertagen ignoriert werden – Ostern ist hier immer bloß Eier und Hasen, Weihnachten bloß Geschenke und Tannenbaum." Es wäre schön, hier eine Quellenangabe zu sehen.Vielleicht gibt es für Kleinkinder aber auch wichtigere Märchengeschichten zu lesen als über den Osterhasen und das Jesuskind?

Eine Quellenangabe wäre auch interessant für die Anklage "Und natürlich wird dabei immer wieder mit den alten, durch die Nazis in die Welt gesetzten Zahlen von sechs Millionen verbrannten Frauen hantiert.". In einem hat Heine Recht – die Zahlen wurden lange überschätzt. Aber wo wird denn noch ernsthaft mit diesen Zahlen argumentiert? Hier bleibt er dem Leser einen Hinweis schuldig.

In vollster Demut bekennt Heine "Aber Demut ist eben etwas exklusiv Christliches." Wir Atheisten können uns glücklich schätzen, diese Demut mit voller Wucht spüren zu dürfen! Es ist vermutlich pure Nächstenliebe, wenn Heine die Jugendweihe der Atheisten als " traurige Konfirmationsparodie" belächelt? Herr Heine, seien Sie ehrlich: das eindeutige Votum der Berliner Bürger geht ihnen einfach gegen den Strich, und Sie möchten sich Luft verschaffen gegen diesen demokratischen Sieg über die Kirchen? Naja, dann sei es Ihnen gegönnt. Mein Artikel ist auch polemisch? Mag sein, ich habe nichts anderes behauptet.

 

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