Atheologie

22. September 2011

Papstrede vor dem Bundestag: Europa ist Kulturlos

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In seiner Rede vor dem deutschen Bundestag am 22. September 2011 betonte Joseph Ratzinger gleich am Anfang, daß er aufgrund seiner Eigenschaft als „Papst, als Bischof von Rom“ eingeladen wurde. Es ist anzuerkennen, daß er somit offen zugibt, was mancher deutscher Politiker mit formellen Verrenkungen zu umschiffen suchte: der Papst ist aufgrund seiner religiösen Bedeutung eingeladen worden, nicht weil er Staatsoberhaupt des Vatikans ist.

Ratzinger möchte in seiner Rede „die Grundlagen des freiheitlichen Rechtsstaates vorlegen“. Die Politik müsse „Mühen um Gerechtigkeit sein und so die Grundvoraussetzung für Friede schaffen“. Als roter Faden zieht sich durch seine Rede, wie der Mensch „Gut von Böse“ unterscheiden könne – und stellt damit eine naiv-religiöse Sicht auf die Welt dar. Aus der katholischen Sicht verständlich, denn nur wenn „das“ Gute und „das“ Böse auch tatsächlich existieren, macht die katholische Lehre von Gott und Satan einen Sinn.

Ratzinger betont, daß der Mensch sich heute selbst „manipulieren“ und „Menschen vom Menschsein ausschließen“ könne. Man muß hinterfragen: sind dies wirklich Eigenschaften unserer heutigen Zeit? Nein! Es ist vielmehr so, daß in historischen Zeiten Menschen wesentlich inhumaner waren! Wir können Stolz sein auf unser heutiges demokratisches, humanes Europa! Noch nie gab es eine so lange friedvolle Periode in Europa wie zu unserer Zeit. Ratzinger versucht in seiner Rede eine Brücke zu bauen von der seiner Meinung nach möglichen Zerstörung der Welt und der wissenschaftlichen, medizinischen Forschung, die er subversiv mit dem negativ belasteten Wort „manipulieren“ umschreibt. Trotz aller bekannter Probleme: noch nie ging es den Menschen in Europa so gut wie heute; daran können auch Schlechtredner wie Ratzinger nichts ändern.

Rhetorisch nicht ungeschickt baut Ratzinger in seiner Rede ein Drohszenario auf: Der Mensch könne „die Welt zerstören“. Gleich darauf betont er, daß bei Entscheidungen zur Würde des Menschen „das Mehrheitsprinzip nicht ausreicht“. Dies ist jedoch nicht „offenkundig“, wie Ratzinger behauptet: man betrachte die verschiedenen Staaten der Welt: Es ist hier eher offenkundig, daß demokratische Staaten die Menschenwürde respektieren, während undemokratische Staaten fragwürdige bis verabscheuungswürdige Praktiken an den Tag legen. Es läßt sich also eher vermuten, daß demokratisches Herangehen an Menschenrechte und Menschenwürde vielversprechender sind. Wir können froh sein, daß unser deutsches Grundgesetz und mit ihm die Menschenrechte in einem demokratischen Prozeß enstanden sind! Letztendlich spricht Ratzinger mit dieser These dem deutschen Parlament die Entscheidungsfähigkeit zu wichtigen staatlichen Thema ab und kritisiert auch indirekt zum Beispiel die Abstimmung des deutschen Bundestags über die Präimplantationsdiagnostik (PID). Das muß sich ein deutsches Parlament von einem Staatsoberhaupt sagen lassen, dessen Staat, der Vatikan, die UN-Menschenrechtscharta bisher nicht formell anerkannt hat!

Ein Ausflug in die Notwendigkeit der Ökologie bietet Ratzinger die Möglichkeit, auf die Wichtigkeit der „Natur“ hinzuweisen. Er überträgt die Ökologie und ihren Respekt vor der Natur auf den Menschen: dieser solle auf die Natur hören. Wenn wir unsere nächsten tierischen Verwandten, die Affen, ansehen, sollten wir eher froh sein, daß wir unser „natürliches“ Verhalten abgelegt haben: hier wird, würde man diese tierischen Verhaltensweisen auf den Menschen übertragen, gemordet, betrogen und vergewaltigt. Glücklicherweise, glücklicherweise haben wir Menschen uns über dieses „natürliche“ Verhalten erhoben und uns ethische Regeln gegeben, die uns helfen zu entscheiden, welche Verhaltensweisen aus der Natur gut und welche schlecht für unsere Gesellschaft sind!

In der zweiten Hälfte seiner Rede versucht Ratzinger einen Gottesbeweis: „Ist es wirklich sinnlos zu bedenken, ob die objektive Vernunft, die sich in der Natur zeigt, nicht eine schöpferische Vernunft, einen Creator Spiritus voraussetzt?“ Er benutzt hier eine ähnlich naive Argumentationskette wie Befürworter des Kreationismus – es fehlte nur noch der Hinweis auf den Uhrmacher – und ignoriert die lange bekannten philosophischen Gegenargumente. Auch die Behauptung, eine Ethik könne dem Menschen nur durch Gott gegeben werden, darf nicht fehlen. Wie schon oben dargelegt, sollten wir froh sein, daß wir in einem demokratischen Staat leben, dessen Regeln eben nicht von einer Religion diktiert wurden! Ethische Regeln leben davon, daß Menschen – Menschen! – diese Regeln immer wieder hinterfragen und, wenn nötig, ändern oder ergänzen. Ein vereinfachender Absolutheitsanspruch einer Religion, für die eine Sache auf ewig immer „böse“, und eine andere immer „gut“, ist in einer komplexen menschlichen Gesellschaft fehl am Platze. Ratzingers Kritik gipfelt in einem herben Vorwurf gegen unsere rationale, vernünftige europäische Gesellschaft: „Ich sage das gerade im Hinblick auf Europa, in dem weite Kreise versuchen, nur den Positivismus als gemeinsame Kultur […] anzuerkennen, alle übrigen Einsichten und Werte unserer Kultur in den Status der Subkultur verwiesen und damit Europa gegenüber den anderen Kulturen der Welt in einen Status der Kulturlosigkeit gerückt […] werden“. Europa? Kulturlos? Wie kann man so anmaßend sein. Wir sollten Stolz sein auf unsere starke, humane, demokratische, vielfältige europäische Kultur! Welche Kreise Ratzinger meint, bleibt offen – zumindest in dieser Rede vor dem deutschen Parlament.

Zum Schluß noch ein paar Gedanken zu dem, was Ratzinger nicht gesagt hat: Kein Wort zu den staatlichen Beziehungen zwischen Deutschland und dem Vatikan. Dies ist nur konsequent, da er sich auch in seiner Eigenschaft als Papst eingeladen fühlt, eben nicht als Staatsoberhaupt. Keine Erwähnung der Probleme der katholischen Kirche, die in Deutschland aktuell die Presse beschäftigen: die fragwürdige arbeitsrechtliche Sonderstellung der Kirchen und ihrer Institutionen, den Mißbrauch von Kindern durch Kirchenbedienstete, die Mißhandlungen in den Kinderheimen. Kein Wort zu kirchlichen Themen, die die Deutschen Bürgerinnen und Bürger beschäftigen, wie Ökumene, Zölibat oder die katholische Sexuallehre. Dies war aber natürlich auch nicht zu erwarten.

Zusammenfassend ist die Rede von Ratzinger auf den ersten Blick zurückhaltend, offensichtlich ist er sehr bemüht, strittige Themen nicht beim Namen zu nennen. Zum Teil ist er sogar offen: für ihn basiert unsere Kultur auf der „vorchristlichen Verbindung von Recht und Philosophie“, dem „christliche[n] Mittelalter“ sowie auf der „Rechtsentfaltung der Aufklärungszeit bis hin zur Erklärung der Menschenrechte und bis zu unserem deutschen Grundgesetz“. Eine differenzierte Darstellung, die man sich von manchen deutschen, christlichen Politikern, die von einer jüdisch-christlichen Kultur in Deutschland sprechen, auch wünscht. Ratzinger betont sogar, daß „Ethos und Religion […] aus dem Bereich der Vernunft [fallen]“ und respektiert die wissenschaftliche Forschung. Reflektiert man jedoch seine Aussagen, kann man, wie dargestellt, herbe Kritik, wie die Kulturlosigkeit Europas, sowie naive religiöse Vorstellungen, wie „das Gute und das Böse“ nicht übersehen. Ratzingers Rede ist somit, wie erwartet, maximal ein kleiner Aufreger, aber auch nichts neues.

Ergänzung vom 10. Oktober 2011: Auf den Seiten des hpd findet sich eine Stellungnahme von David Berger, die vor allem Ratzingers Verweis auf das Naturrecht als gefährlich ansieht:  „Eine brandgefährliche Rede“ . Ebenso interessant: Reaktionen von freundlichen Christen auf Rolf Schwanitz’ Kritik: Was Papst-Fans Kritikern zu sagen hatten .

 

Die Rede im Wortlaut: Berliner Morgenpost

21. November 2010

Wird Bayern 3 Kirchensender?

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Ich höre gerade die Sendung „Greatest Hits Spezial“ des bayerischen Rundfunks, gesendet durch „Bayern 3″ (21.11.2010, 17:25).
Gute Musikauswahl – aber ich habe den Eindruck, Bayern3 ist heute zu einem Kirchensender verkommen? Oder warum wird mehrmals darauf hingewiesen, daß heute Ewigkeitssonntag ist?
Der Moderator schildert detailreich, wie die entsprechenden Künstler gestorben sind. Sollen die konfessionslosen oder nichtchristlichen Zuhörer deprimiert werden? Ich würde mir wünschen, daß der bayerische Rundfunk hier nicht einseitig ein Programm im Hinblick auf eine Religion sendet. Oder ist etwa ein Freudentag zum islamischen Fastenbrechen oder ein Spezial zu Voltaires Geburtstag geplant? Dann will ich nix gesagt haben.

10. Oktober 2010

Rücksicht auf Muslime – Vegetarischer Kindergarten?

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Ich lese gerne die Kolumne „Die Gewissensfrage“ im Magazin der Süddeutschen Zeitung. In der Ausgabe vom 1. Oktober 2010 beantwortet der Autor Rainer Erlinger die Frage (SZ-Magazin), ob man als Vater gegen ein Schweinefleischverbot in einem evangelischen Kindergarten protestieren dürfe, welches dort aus Rücksicht gegenüber muslimischen Kindern ausgesprochen wurde.Lhasa/Potalla / Tote Rinder im Landen hängend

Rainer Erlinger führte mehrere Punkte an, warum aus seiner Sicht der Verzicht auf Schweinefleisch hingenommen werden sollte. Für mich nachvollziehbar ist die ethische und medizinische Argumentation: Eine Reduzierung des Fleischkonsum ist gut für die Umwelt und die Gesundheit. Auch ich halte dies für vernünftig, bin allerdings kein Vegetarier.

Nicht nachvollziehen kann ich Rainer Erlingers Antwort, wenn er versucht, die Verbindung zu religiösem Kontext herzustellen. Zum einen ist aus der Fragestellung heraus nicht ersichtlich, ob der fragende Vater oder sein Sohn evangelische Christen sind. Es könnte also durchaus sein, daß eine religiöse Argumentation den Fragenden gar nicht interessiert.

Wie auch immer, Erlinger erwähnt sein Treffen mit Wolfgang Huber, dem den früheren Ratsvorsitzenden der EKD. Dieser nun argumentiert mit der Bibel: Christen sollten aus Nächstenliebe Rücksicht üben und auf Fleischkonsum verzichten. Ich frage mich an dieser Stelle: Muß man Kinder schon zur Nächstenliebe zwingen, indem man ihnen keine Wahl läßt, ob Schwein oder Rind?

Wirklich dubios wird Erlingers Argumentation aber spätestens dann, wenn er schreibt: „Vielleicht sollte der Kindergarten auch noch Kinder aufnehmen, die buddhistisch, hinduistisch oder im Jainismus erzogen werden. Dann wären vermutlich einige darunter, die aus religiösen Gründen vegetarisch leben und konsequenterweise würde zu Mittag vegetarisch gekocht.“

Aha. Erlinger äußert sich mit der Wortwahl „Dann wären vermutlich einige darunter [..]“ bewußt vorsichtig. Zurecht: bei meinem letzten Besuch in einem indischen Restaurant gabe es durchaus einiges an Fleisch, und auch bei meinem Rundgang um den Poatala-Palast (siehe Bild) wird offensichtlich, daß Buddhisten nicht ausnahmslos Vegetarier sind; im übrigen auch Tendzin Gyatsho nicht, der aktuelle Dalai Lama. Ich empfehle, mal ein paar der blutrünstigen Darstellungen in manchen tibetischen Tempeln anzusehen. Auch am Bild zu diesem Artikel ist ersichtlich: so sehr viel Rücksicht wird da nicht genommen auf die vegetarische Bevölkerungsgruppe. Nebenbei: meine vegetarischen Freunde und Kollegen haben sich noch nie über meinen Fleischkonsum beschwert. Wenn ich ein Gericht für Freunde zubereite, achte ich natürlich im auf eingeladene Vegetarier.

Weiterhin finde ich es seltsam, daß Erlinger den Kindergarten dazu ermuntert, Kinder mit anderen Religionen aufzunehmen. Der Autor will dies sicherlich nicht implizieren, aber es wird hier doch implizit der Eindruck erweckt, der Kindergarten würde dies bisher nicht tun. Diese Aussage entbehrt meines Erachtens jede Grundlage. Vielleicht gibt es in dem Kindergarten schon längst sich vegetarische ernährende Kinder? Jeder Kindergarten kann nur die Kinder aufnehmen, die um Aufnahme bitten.

Darüber hinaus zeigt der Artikel wieder einmal engstirnige Sicht und Konzentration auf die religiösen Aspekte. Erlinger begeht hier den gleichen Fehler wie Bundespräsident Wulff, für den Atheisten offensichtlich nicht zu „Allen Deutschen“ gehört (Michael Schmidt-Salomon, hpd). 34,6% der Deutschen sind inzwischen konfessionsfrei (fowid). Warum nicht den Appell an den Kindergarten richten, doch mehr Atheisten aufzunehmen? Darunter sind vermutlich auch einige Vegetarier.

Bild: Rechte liegen beim Autor.

18. September 2010

Atheistische Metaphysik keine angemessene Antwort auf existenzielle Fragen von Kindern?

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Der Deutsche Vorlesepreis, initiiert von „POM-BÄR, eine Marke der Kölner Wolf Snack und Gebäck GmbH, ist der Meinung, daß „Atheistische Metaphysik keine angemessene Antwort auf existentielle Fragen von Kindern darstellt“. Literaturhistoriker Karl Otto Conrady hat die Preisjury verlassen, da seiner Meinung nach die atheistische Haltung nicht angemessen berücksichtigt wird. (Quelle: Süddeutsche Druckausgabe, 18.9.2010; Atheist Media Blog )

Es sei mal dahingestellt, was hier mit dem Begriff „atheistische Metaphysik“ gemeint ist. Aber offensichtlich wird hier Atheisten durch das Organisationsbüro des Vorlesepreises abgesprochen, Kindern ein angemessenes Verständnis der Welt zu vermitteln.

Ich werde der Wolf Snack und Gebäck GmbH folgende E-Mail schicken:

Sehr geehrte Damen und Herren,

unter anderem in der Süddeutschen Druckausgabe vom 18.9.2010 wird berichtet, der Literaturhistoriker Karl Otto Conrady habe die Jury des Deutschen Vorlesepreises verlassen, weil atheistische Haltungen nicht angemessen berücksichtig werden. Nun darf natürlich das Organisationsbüro selbst entscheiden, wo Schwerpunkte gesetzt werden sollen. Befremdet hat mich jedoch folgender Kommentar, der auch auf den Webseiten (http://www.deutscher-vorlesepreis.de/cms/) des Vorlesepreises veröffentlicht wurde:

„Wir gehen allerdings stillschweigend davon aus, dass eine atheistische Metaphysik keine angemessene Antwort auf existenzielle Fragen von Kindern darstellt“

Offensichtlich spricht das Organisationsbüro Atheisten hier ab, Kindern angemessene Antworten auf ihre Fragen geben zu können. Soll das nun heißen, Atheisten können keine Kinder erziehen?

Ich möchte darauf Hinweisen, daß Konfessionslose in Deutschland inzwischen die größte Bevölkerungsgruppe bilden. Diese Aussage des Deutschen Vorlesepreises ist geeignet, einen Großteil der deutschen Bevölkerung zu beleidigen.

Wie stehen Sie als Initiator des Projekts dazu? Immerhin dient der Vorlesepreis für Sie als Werbeträger und steht bei über 30% der Deutschen, also potentiellen Kunden,  nun in einem zweifelhaften Licht.

Mit freundlichen Grüßen…“

17. September 2010

Gott mit Dir, Du Land der Bayern!

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 Wie die Süddeutsche in Ihrer Onlineausgabe berichtete, kam es am vergangenen Samstag beinahe zu einer Kollision der Fahrzeugkolonne des bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer und der bayerischen Sozialministerin Christine Haderthauer mit dem Wagen eines Geisterfahrers. Ein Unfall konnte offensichtlich durch die gute Reaktion der Fahrer der Dienstwagen verhindert werden. Laut dem Bericht der Süddeutschen war die Kolonne mit Tempo 200 am Samstagabend gegen 18 Uhr auf der A9 unterwegs.

Es freut mich natürlich für Frau Haderthauer, Herrn Seehofer und deren Begleiter, daß sich kein Unfall ereignet hat.

Welchen Kommentar könnte man nun von jemanden erwarten, der eine lebensbedrohliche Situation gut überstanden hat? Herr Seehofer hätte sagen können „Mit Tempo 200 über die Autobahn rasen ist gefährlich. In Zukunft sollten wir langsamer fahren, dann kann man auch bei Geisterfahrern besser reagieren.“ Er hätte auch sagen können „Mein herzlicher Dank gilt der guten Reaktion der Fahrer, die unser Leben gerettet haben“. Er hätte auch sagen können „Da haben wir aber noch einmal Glück gehabt.“

Die Druckausgabe der Süddeutschen vom 17.9.2010 zitiert Herrn Seehofer wie folgt: „Der Herrgott hat an diesem Abend die Hand schützend über uns gehalten.“ Weiterhin zitiert die Zeitung aus anderen Medienberichten, die von einer SMS von Seehofer an Haderthauer berichten: „Denk bitte an diesen Vorfall und an diese göttliche Fügung [...]„. Haderthauer soll geantwortet haben: „Der liebe Gott braucht uns offenbar beide noch.“

Kann man nun daraus schließen, daß die 6 Menschen (Süddeutsche), die in Bayern im vergangenen Jahr in Bayern im Zusammenhang mit Geisterfahrern ums Leben kamen, von Gott nicht mehr gebraucht wurden? Seehofer und Haderthauer für Gott also wichtiger als andere Menschen? Logik – Fehlanzeige.

Bildquelle: wikipedia.de

18. April 2010

Mixa ist ein Lügner!

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Die Ereignisse der letzten Wochen bringen einen atheistischen und religionskritischen Menschen wie mich zur schieren Verzweiflung: Was soll ich denn noch schreiben, wenn sich die Kirchen selbst demontieren? Wie soll ich den Überblick behalten über all die schrecklichen Taten und deren Vertuschungen, die in letzter Zeit über die Kirche bekannt wurden?

Endlich wachen viele Kirchenmitglieder auf und treten aus den Kirchen aus (nur drei Beispiele: Würzburg, Focus, Bamberg und Osnabrück, Focus sowie das Erzbistum Freiburg). Bei einem hitzigen „Gefecht über die Sexualmoral der Kirche“ während der Talkshow bei Anne Will (AtheistMediaBlog) wird der ganzen Nation vor Augen geführt, welche veralteten und diskriminierenden Moralvorstellungen durch die Kirchen vertreten werden. Nebenbei konnte man auch viel über die Art und Weise, wie man in den Kreisen der Talkshowteilnehmer diskutiert, lernen: nur niemanden zu Wort kommen lassen und möglichst lautstark die eigene Meinung in den Raum brüllen. Sollte sich so ein Bischof benehmen? Nur wenig später stellt Kurienkardinal Bertone eine Verbindung zwischen Pädophilie und Homosexualität her und widerspricht damit allen wissenschaftlichen Ergebnissen (Süddeutsche Zeitung). Wie dreist will die katholische Kirche denn noch Unwahrheiten verbreiten?

Eigentlich fehlte mir der Elan, zu diesen ganzen Dingen auch noch meinen Kommentar hinzuzufügen. Aber da nun mein spezieller Freund (atheologie.de), Herr Mixa, Bischof von Augsburg, als Lügner entlarvt wurde, kann ich mich nun auch nicht mehr zurückhalten.

Herr Mixa hatte noch vor kurzem eindeutig erklären lassen, daß er „zu keinem Zeitpunkt [...] körperliche Gewalt gegen Jugendliche oder Kinder [...] angewendet hat“ (siehe z.B. Videobeitrag der Süddeutschen). Im gleichen Beitrag der Süddeutschen spricht die Bischofskonferenz Herrn Mixa das Vertrauen aus. Nun gibt Herr Mixa jedoch zu, „Wenn jetzt das Thema auf die Frage nach Ohrfeigen zugespitzt wird, will ich ganz ehrlich sagen, dass ich als langjähriger Lehrer und Stadtpfarrer im Umgang mit sehr vielen Jugendlichen die eine oder andere Watschn von vor 20 oder 30 Jahren natürlich nicht ausschließen kann“ (Süddeutsche Zeitung). Herr Mixa hat also eindeutig in aller Öffentlichkeit gelogen und kann somit als Lügner bezeichnet werden.

Wenn die katholische Kirche solch einen Würdenträger weiter in ihren Reihen duldet, wird sie sich jegliches, noch vorhandenes Vertrauen der Öffentlichkeit verspielen. Psychologisch ist es natürlich interessant, daß oft gerade die eifrigsten Vertreter von „Moral und Anstand“ sich nicht an die einfachsten ethischen Regeln halten. Man kann mit Spannung auf die nächsten Schlagzeilen warten, denn noch sind Mixas Verwicklungen in „finanzielle Unregelmäßigkeiten“ (Süddeutsche Zeitung) noch nicht vollends geklärt. Zu diesen „Unregelmäßigkeiten“ gehören nicht nur Kunstgegenstände, sondern auch Mixas Bischofsring, dessen „Rechnung [zwar] ans Pfarramt gerichtet [wurde] – gezahlt hat aber die Waisenhaus-Stiftung Schrobenhausen“. (Süddeutsche, Druckausgabe vom 17.04.2010). Vielleicht erinnert sich Herr Mixa auch irgendwann an „Fausthiebe gegen den Oberarm und Schläge auf das Gesäß mit Teppichklopfer und Stock“ (Süddeutsche Zeitung), die ihm in eidesstattlichen Erklärungen vorgeworfen werden.

Es ist offensichtlich, daß Herr Mixa sich mit einer Umdeutung des Begriffes „Gewalt“ herausreden möchte (Stern). Möglicherweise ist eine Ohrfeige keine Gewalt? Ja wo sind wir denn? Herr Mixa – wenn Sie Gewalt angewendet haben, dann geben Sie es doch einfach zu! Wegen einer Ohrfeige in der damaligen Zeit sollte man heute niemandem einen Strick drehen. Aber es muß offen darüber gesprochen werden. Und natürlich muß geklärt werden, ob die darüber hinausgehenden Schläge und Prügel, wie in den Erklärungen der Opfer behauptet, stattgefunden haben. Der Vorwurf, ein Kind auf den nackten Hintern geschlagen zu haben (t-online), trägt natürlich noch einen besonderen Geschmack von Erniedrigung und Perversion. Spätestens wenn sich diese Vorwürfe, die weit über eine Ohrfeige hinausgehen, als wahr herausstellen sollten, ist solch ein Mensch untragbar in diesem Amt.

Wem nach den Ereignissen der letzten Wochen nicht klar geworden ist, daß es den Kirchen, die sich selbst gerne als Bewahrer der Moral sehen, nicht im geringsten zusteht, sich als ethische Vorzeigeinstitution zu präsentieren, dem ist nicht mehr zu helfen.

Williamson und pädophile Priester: Hoyos’ zweifelhafte Ansichten

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Im September 2009 stellte ich die Frage „Lügner! Hoyos oder Arborelius? “ – denn bei zwei sich widersprechenden Aussagen muß eine falsch, also gelogen sein. Hoyos, früherer Präfekt der Kongregration für den Klerus, hatte damals behauptet, der Vatikan sei erst spät über die Aussagen Williamson informiert worden und hat darüberhinaus Williamson in Schutz genommen.

In der Druckausgabe der Süddeutschen Zeitung vom 17. April 2010 ist nun unter dem Titel „Missbrauch gedeckt“ zu lesen: „Hoyos hatte Bischof Pierre Pican dafür gelobt, dass er einen Priester gedeckt hatte, der wegen Vergewaltigung und sexuellen Missbrauchs im Jahr 2000 zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt worden war. Pican wurde deswegen zu drei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. ‘Ich beglückwünsche Sie [...]‘ heißt es in Hoyos Schreiben.“ Um auf meine damalige Frage zurückzukommen – natürlich ist Hoyos damit nicht der Lüge im Fall Williamson überführt. Man kann jedoch mutmaßen, wie sehr sich Hoyos an ethische Regeln hält – oder nicht.

Bei solchen Ansichten katholischer Würdenträger, in- und außerhalb des Vatikan, kann man sich über vieles wundern, jedoch nicht über die aktuellen Schlagzeilen betreffend den Umgang mit Kindesmißhandlungen und Kindesmißbräuche der vergangenen Jahrzehnten. Wer sich so schützend vor Straftäter stellt (auch Williamson ist inzwischen verurteilt, Deutsche Welle), hat in meinen Augen jegliche Berechtigung verloren, sich moralisierend über andere zu erheben.

7. April 2010

Missionierung gefährdet

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Über die bedenkenswerten Vorgehensweise fundamentaler, christlicher Missionare und deren Stützpunkte in Deutschland wurde schon 2009 diskutiert (z. B. Evangelikale in Deutschland, Jugend mit einer Mission). Diese unverantwortliche Art der Missionierung prallte auf menschenverachtenden, islamischen Fundamentalismus – das Ergebnis war der Mord an zwei Missionarinnen.

Volker Faigle, Referent im Büro des Bevollmächtigten des Rates der EKD, hat diese Missionierung in deutlichen Worten verurteilt. Er spricht von „kopflosem Vorgehen“: Die Missionare gefährdeten nicht nur sich selbst, sondern auch die Konvertiten (idea.de). Auch aus der Schweiz werden offensichtlich fundamentale, christliche Missionare entsendet: „Trotzdem gilt die Schweiz unter Experten als ein Land mit besonders vielen strenggläubigen Entwicklungshelfern.“ (20min.ch). Thomas Wipf, der Präsident der Schweizer Reformierten wird zitiert mit „Die Lage der Christen in isla­mischen Ländern sei schwierig ­genug, Missionare machten sie noch schwieriger.“

Das Mission auch anders laufen kann, bewies Daniel Everett: Er wendete sich nach vergeblichen Missionierungsversuchen bei einem brasilianischen Indianerstamm von der Religion ab (Tagesanzeiger.ch). Diese Einsicht wäre den anderen christlichen Missionaren zu wünschen. Nebenbei wird hier auch ein oft verbreiteter Irrtum widerlegt: Es ist durchaus nicht so, daß alle Naturvölker religiös sind.

2. April 2010

Wahnvorstellungen für Anfänger!

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In zehn Schritten näher zu Ihren Wahnvorstellungen!

Wahnvorstellung

Sie genießen unbeschwert Ihr Leben, sind vollkommen in der modernen Welt angekommen, kritisch und aufgeschlossen? Das muß nicht sein!

Verbohrtes Glauben an unbelegte oder gefährliche Ideen kann auch Ihr Leben sinnlos schwer machen! Atheologie.de erklärt es: Wahnvorstellungen für Anfänger in 10 einfachen Schritten. Wählen Sie eine beliebige Idee, die dem gesunden Menschenverstand widerspricht und los geht es!

In 10 Schritten näher zu Ihrer Wahnvorstellung!

 

 

 

1. Machen Sie Ihre Wahnvorstellung zur täglichen Gewohnheit

Lassen Sie sich nicht von Ihrer Tagesstimmung beeinflussen (Ängste, Sorgen oder Freuden)! Gehen Sie unkritisch an Ihre Wahnvorstellung heran – erwarten Sie nicht, zu verstehen, sondern lassen Sie sich Ihren Verstand vernebeln. Lassen Sie Ihre Wahnvorstellung zu einem täglichen Begleiter werden!

2. Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Wahnvorstellung

Nur eine Wahnvorstellung, die oft und lange in Ihrem Verstand präsent ist, kann sich in Ihrem Kopf so richtig schön breit machen und alle anderen rationalen Gedanken verdrängen. Machen Sie es sich zur Gewohnheit, fünf Minuten lang schon morgens vor dem Aufstehen und abends vor dem Einschlafen nur noch an Ihre Wahnvorstellung zu denken. Später verlängern Sie diese Zeiten (in einer Partnerschaft kann dies auch als effektive Methode der Empfängnisverhütung angewendet werden).

3. Suchen Sie sich einen ruhigen Ort

Wer sich durch eine Wahnvorstellung vereinnahmen lassen will, muß sich einsam fühlen! Entfernen Sie sich von allen sinnvollen, tagtäglichen Aktivitäten so weit als möglich. Geben Sie sich nicht mit Ihrem Partner, Freunden oder der Familie ab. Gehen Sie an einsame, traurige Orte, die Sie nicht von Ihrer Wahnvorstellung ablenken.

4. Bereiten Sie sich jeweils auf Ihre Wahnvorstellung vor

Die Wahnvorstellung sollte immer mehr Zeit Ihres Lebens beanspruchen. Daher: bereiten Sie sich vor. Machen Sie sich Selbstvorwürfe, kaufen Sie Symbole, die Ihre Wahnvorstellung auch nach außen hervorheben. Entfernen Sie sich vom wahren Leben, bevor Sie sich mit Ihrer Wahnvorstellung beschäftigen.

5. Sprechen Sie frei, führen Sie Selbstgespräche

Führen Sie Selbstgespräche, reden sie mit sich selbst, laut oder leise, als hätten Sie ein gegenüber. Bestärken und bekräftigen Sie den Glauben an Ihre Wahnvorstellung. Stellen Sie auch Fragen, aber erwarten Sie keine Antworten!

6. Lernen Sie Scheinargumente auswendig

Sollten Sie in Diskussionen geraten, in denen Ihre Wahnvorstellungen entlarvt werden könnten: Legen Sie sich einen Vorrat an auswendig gelernten Scheinargumenten und Allgemeinplätzen zu. Die meisten Kritiker werden sie damit zum Schweigen bringen.

7. Zeigen Sie Ihre Wahnvorstellung durch Ihre Körperhaltung

Nehmen sie unübliche Körperhaltungen ein, schreien Sie Laut, hüpfen und springen sie, knien sie. Machen Sie die Menschen um Sie herum auf Ihre Wahnvorstellungen aufmerksam! Beugen Sie ihren Kopf als Zeichen der Unterwerfung und Resignation.

8. Schreiben Sie Ihre Wahnvorstellungen auf

Dann können Sie sich auch noch später immer wieder leicht zurück in Ihre Wahnvorstellungen finden und beobachten, wie sich Ihre Wahnvorstellungen intensiviert haben. Schreiben Sie alle Dinge auf, die Ihre Wahnvorstellung bestätigen; ignorieren Sie andere, gegensätzliche Erfahrungen.

9. Vereinnahmen Sie andere, vor allem Kinder, mit Ihren Wahnvorstellungen

Menschen im Wahn bestärken sich gegenseitig und finden zusammen noch viel unsinnigere Argumente. Empfehlenswert: Sich auch im Urlaub mal mit Wahnsinnigen in fremden Ländern abgeben. Die Sprache ist egal, man versteht sich. Geben Sie Ihre Wahnvorstellungen weiter: Kleinkinder sind besonders empfänglich und formbar und glauben jeden Blödsinn! Hier haben Sie die Möglichkeit, psychische Probleme zu erzeugen, die bis ins hohe Alter anhalten!

10. Nutzen Sie auch die moderne Technik

Terrorisieren Sie sich selbst und Ihre Umgebung mit Handy-Wecktönen passend zu Ihren Wahnvorstellungen, speichern Sie Wahntexte auf Ihrem Telefon, kleben Sie sich einen Aufkleber aufs Auto. Besuchen Sie einschlägige Foren und Chats, in dem Sie sich mit anderen über Ihre Wahnvorstellungen austauschen können! Aber: entwickeln Sie auch eine Paranoia – denn alle Menschen im Internet, die nicht Ihrer Meinung sind, sind allesamt Verschwörer und wollen Ihnen Böses!

Konkrete Ideen zu Wahnvorstellungen finden Sie z.B. hier: "Beten für Anfänger" (bild.de) oder zur passenden Diskussion mit Gleichgesinnten (AtheistMediaBlog). Geben Sie nicht auf! Auch Sie werden es schaffen!

Rechte des verwendeten Bildes liegen beim Autor.

20. März 2010

Christliche Missionierung: Haiti, Compassion

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Christlichen Missionare zielen auf Haiti: Erst Solarbibeln, dann der Verdacht von Kindesentführungen und nun gewalttätige Ausschreitungen von „religiösen Eiferern protestantischer Freikirchen.“ „Baptisten, Adventisten, Evangelikale, Pfingstkirchler“ benutzen das Beben als ein Zeichen Gottes und greifen die Voodotraditionen an: „In der Reportage [in der Zeitschrift Stern] heißt es: ‘Die Voodoo-Anhänger hatten gerade begonnen, ihre Trommeln zu schlagen, als der Mob anrückte. Bewaffnet mit Knüppeln, aufgehetzt von einem Baptisten-Pastor, der in sein Megafon rief: „Voodoo ist schuld am Beben.“ ‘ “ (pro-medienmagazin)

Das „Medienmagazin pro“, Druckausgabe und Internetportal, werden vom Christlichen Medienverbund KEP herausgegeben , einem „Zusammenschluss christlich orientierter Journalisten, Publizisten, Verleger und Vertreter von Medienorganisationen“ (Wikipedia)

 pro-medienmagazin Screenshot

Neben der eigentlichen Nachricht auf der Artikelseite des „Medienmagazin pro“ lohnt ein Blick auf die Werbung im rechten Teil der Seite (siehe Abbildung). Zum einen wird hier für den Animationsfilm „Die Zehn Gebote – Mose und das Geheimnis der steinernen Tafeln“ geworben. Der Film scheint nicht sehr beliebt zu sein, in der Großstadt München läuft der Film heute, 20.03.2010, nicht, obwohl er erst am 18.02. in die Kinos kam. Ein, wie man zurecht vermutet, US-amerikanischer Film „für die ganze Familie“ (Zitat aus dem Trailer).

Oberhalb der Werbung für den Film findet sich die Flashanimation von „Compassion“, einer auch aus den USA stammenden christlichen Organisation, die Kinderpatenschaften in Afrika, Asien und Lateinamerika anbieten. Nun kann man zu Kinderpatenschaften an sich verschiedene Meinungen haben. Compassion bietet offensichtlich, im Gegensatz zu vielen anderen Patenschaftsorganisationen, direkte 1:1-Patenschaften an, d.h. das Geld des Spenders kommt einem dedizierten Kind zu gute: „Das Kind, das Sie unterstützen, hat nur einen einzigen Paten – und der sind Sie! Bei einer Compassion-Patenschaft ist uns die Eins-zu-Eins-Beziehung äußerst wichtig.“ (Compassion).
Die Organisation Plan schreibt dagegen „Mit einer Patenschaft helfen Sie einem Kind, seiner Familie und der Gemeinde, in der das Kind lebt. Unser Ziel ist es, über Selbsthilfeprojekte dauerhaft das gesamte Lebensumfeld der Kinder zu stärken und ihre Existenz langfristig zu sichern.“ (Plan) Auch Worldvision vertritt den weiter gefaßten Ansatz: „mit Ihrem monatlichen Beitrag unterstützen Sie nicht nur Ihr Patenkind, sondern auch dessen Familie und die Durchführung zahlreicher Entwicklungsprogramme in der Region, in der Ihr Patenkind lebt.“ (Worldvision).

Das interessante ist nun die Kombination: Links der Artikel, in dem über die mißlichen Umstände US-amerikanischer, christlicher Missionierung in Haiti berichtet wird, rechts daneben eine Werbung zu einem Kinderhilfswerk, daß sich mit der Missionsarbeit brüstet: „Verändere das Leben eines Kindes im Namen Jesu…“. Auf der Webseite selbst ist weiterhin zu lesen: „Deshalb lege Compassion Wert darauf, dass die Kinder die Chance hätten, die Liebe Jesu Christi und dadurch eine Veränderung ihres Lebens zu erfahren. Im vorigen Jahr hätten sich rund 100.000 Kinder für ein Leben im Glauben an Jesus Christus entschieden.“ (Hervorhebung durch den Blogautor) Die Einschränkung „Reeves betonte, dass das geistliche Angebot freiwillig sei. Wer einen anderen Weg einschlage, erhalte dieselbe Unterstützung.“ klingt hier nur halbherzig (Evangelische Allianz Deutschland)
Auf den Webseiten von Compassion wird betont: „Die Patenschaften und die Unterstützung ist in keiner Weise davon abhängig, dass die Kinder den christlichen Glauben annehmen. Kinder in Compassions Projekten haben verschiedene ethnische und religiöse Hintergründe. Eltern, die aus keinem christlichen Hintergrund kommen, wissen aber über das Programm in dem Projekt Bescheid und haben ihm zugestimmt.“ Der missionarische Auftrag ist jedoch offensichtlich: „Auch ist in allen Ländern, in denen wir arbeiten, bekannt, dass Compassion ein christliches Hilfswerk ist.“.

Die Missionswelle rollt.

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